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Nordlichtzauber und Schneegestöber

Es ist soweit! <3 Mein neuester Roman »Nordlichtzauber und Schneegestöber« ist veröffentlicht. Ich freue mich wahnsinnig! Es ist jedes Mal wieder eine neue Reise mit eigenen Herausforderungen, Hürden und Lehren.

 

Und darum geht es:

Jeder braucht hin und wieder Stille, um sich selbst zuhören zu können.

 

Pferdenärrin Arina hat sich ihren Traum von einem eigenen Pferdehof erfüllt. Als sich jedoch Meldungen über angebliche Misshandlungen häufen, muss sie ihn aufgeben und flüchtet nach Island zu ihrer Tante. Dort trifft sie nicht nur auf süsse Islandpferde, sondern auch auf Kjartan, der seine Tiere über alles liebt. Ein Urlaubsflirt verspricht Abwechslung – solange er nichts von den Vorwürfen gegen sie erfährt.

 

Die Anfänge

Die Idee zu der Geschichte von Arina und Kjartan hatte ich schon vor rund zwei Jahren. Ich erinnere mich noch, wie ich mit unserem jüngsten Nachwuchs in der Trage durch den Regen spazierte. Kein Mensch weit und breit, nur ich, das Kind und unglaublich viel Wasser.

 

Damals gab es in einer Facebook-Gruppe eine Challenge, bei der ein Agenturvertrag ergattert werden konnte. Die Vorgaben waren nicht eng, zumindest nich so eng, dass ich mich nicht mehr an sie erinnern kann. Ich wollte teilnehmen, weil ich hoffte, dass mir eine Agentur einen Vertrag bei einem Publikumsverlag und damit mehr Reichweite verschaffen konnte.

 

Dass es nach Island gehen würde, wusste ich von Anfang an. Auch die Voraussetzungen waren da: Arina, die Pferde an einen schweren Verlust erinnern, und Kjartan, der sich nichts Schöneres vorstellen kann. Sie auf der Flucht, er geerdet. Grob gesagt. ;-)

 

Und dann kam der Gänsehaut-Moment: Die beiden sind unterwegs und reden miteinander, bis Kjartan ihr ein Wort auf Isländisch beibringen will. Sie bekommt Angst, weil sie ja nur Urlaub macht, und sagt: »Ich muss es nicht lernen, ich bleibe nicht.« Und er: »Já, já.«

 

In dem Moment zerriss es mir das Herz. Ich fühlte seinen Schmerz, wie seine Hoffnungen zersplittern und nichts als pure Enttäuschung zurücklassen. Das Aufschlagen auf dem Boden der Realität.

 

Diese Szene reichte ich übrigens als Leseprobe ein, und - welch Überraschung ;-) - das Manuskript wurde nicht angenommen.

 

Meine persönlichen Meilensteine

Gefesselt von dieser einen Szene schrieb ich los. Doch anders als die Leseprobe fiel mir der Anfang unglaublich schwer. Arina war ständig traurig und sehr zurückhaltend, Kjartan hatte irgendwie ... keinen Schneid. Keinen Charakter.

 

Im Nachhinein weiss ich, dass ich damals kein Gefühl für die beiden hatte. Am ehesten konnte ich mich mit Arinas Tante Katrin identifizieren, doch sie ist »nur« eine Nebenfigur. Ich liebe sie zwar, weil sie so herzlich und unkompliziert ist, aber sie ist nunmal nicht die Hauptperson der Geschichte.

 

Also legte dich das Manuskript zur Seite und widmete mich anderen Projekten. In die Zeit fiel dann auch mein ganzes Durcheinander, sodass ich etliche angefangene und keine beendeten Manuskripte hatte. Und: Bei vielen ging es mir ähnlich wie mit Arina. Ich hatte kein Gefühl für sie. Es waren etliche geschriebene Seiten, die ich in meinem Kopf zusammengesponnen hatte, aber kein Gefühl dafür hatte. Ich fieberte nicht mit, vergoss keine Tränen, schrieb einfach.

 

Irgendwann setzte ich mich wieder an das Manuskript. Irgendwie musste ich in Arina eintauchen können und die Welt aus ihren Augen sehen. Also schrieb ich, wie sie den Schlüssel zu ihrem Pferdehof abgab. Welche Gedanken sie plagten, an was sie sich erinnerte - und plötzlich war es da. Die Vergangenheit war kein dunkler Schleier mehr, als sie in Island ankam, sondern real. Jetzt wusste ich, wie es ihr ging, wie sie sich ablenken konnte, was sie bewegte und dachte. Diesen schwarzen Klumpen in ihrem Kopf habe ich mit Farben gefüllt (die zugegebenermassen auch düster sind), aber so konnte Arina plötzlich handeln und war keine leere Hülle, die sich von den Launen der anderen herumschubsen liess.

 

Übrigens führe ich eine Liste mit meinen Projekten, die ich immer wieder nachführe, damit ich den Überblick nicht verliere. ;-) Ein Durcheinander wie vor etwa zwei Jahren soll mir nicht mehr passieren!

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