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Rückblick 2022

Unaufhaltsam neigt sich das Jahr 2022 dem Ende zu, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, als Autorin einen ganz persönlich auf das Jahr zurückzublicken. Es gab sehr viele Highlights, aber auch einige Rückschläge.

 

Veröffentlichungen

2022 ist das erste Kalenderjahr, in dem ich vier Veröffentlichungen vorweisen kann. Das ist mir bisher noch nie gelungen und ist neben einer spontanen Idee vor allem dem Berg geschuldet, den ich seit meiner Babypause vor über zwei Jahren vor mir herschiebe. Ich bin unglaublich stolz auf meine vier Buchbabys, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

Im Januar veröffentlichte ich Der Wintergöttin gefrorenes Herz. Nachdem ich mit Blutengel und Rachefürst im Herbst zuvor einen zu diesem Zeitpunkt noch immer anhaltenden Erfolg verbuchen konnte, dümpelte die Wintergöttin vor sich hin und erreichte weder bei Amazon noch bei Tolino nennenswerte Verkäufe. Auch hier staunte ich, wie schon bei anderen Gelegenheiten, wie sehr sich die einzelnen Bücher voneinander unterscheiden können.

 

Im April folgte Im Bann der Feuerfrau. Seit der Veröffentlichung habe ich insgesamt keine 100 Bücher verkauft. Von den Kosten habe ich noch nicht einmal 10% wieder eingenommen. Ich weiss nicht, woran es liegt, dass das Buch so wenig gekauft wird. Vermutlich hätte ich das Buch nicht mit Im Bann des Gedankenlesers verknüpfen sollen, da dieses Buch nicht mehr viele Leute kaufen und demzufolge auch nicht mehr auf den Nachfolger stossen. Dabei können die beiden Bücher unabhängig voneinander gelesen werden. Als Fehler würde ich die Veröffentlichung allerdings nicht bezeichnen. Einerseits zeigt sie mir, dass ich auch ein "irgendwie angedachtes" Projekt anfangen, durchziehen und abschliessen kann, sodass ich nun nicht mehr mit dem Gefühl dastehen, dass ich das doch auch noch einmal schreiben wollte. Andererseits ist mir klar geworden, wie sehr ich mich seit meinen Anfängen verändert habe, nicht nur, wie ich mich selbst als Autorin sehe, sondern auch mein Schreiben.

 

Whiskyliebe in den Highlands veröffentlichte ich im September. Was für ein Start! Jeden Tag staunte ich von Neuem, wie gut der Liebesroman ankommt. Gerade nach der Feuerfrau glaubte ich nicht mehr an so ein Wunder. Ich fühlte mich gut zweieinhalb Jahre zurückversetzt, als Frühling im Herzen erschien. Schon damals konnte ich nicht glauben, dass es endlich auch mich traf, dass auch endlich einmal ein Buch von mir "entdeckt" wird. Whiskyliebe war übrigens so erfolgreich, dass es eines der meistverkauften Bücher bei Tolino war und sich "Tolino E-Book Bestseller" nennen durfte. ;-)

 

Schon während des Lektorats von Whiskyliebe reifte in mir die Idee, Nordlichtzauber und Schneegestöber noch in diesem Jahr herauszubringen. Eigentlich war die Zeit zu knapp. Und eigentlich wollte ich nicht mehr im Dezember veröffentlichen, weil da einfach zu wenig Aufmerksamkeit generiert werden kann. Doch ich wollte die Babypause-Welle verkleinern, und das ging nur, indem ich eben veröffentlichte. Also fragte ich meine Lektorin an, ob sie Zeit hätte, und wir nahmen das Lektorat in Angriff. So erschien Nordlichtzauber vor drei Wochen. Mit den ersten Verkaufszahlen bin ich sehr zufrieden, wenn sie auch hinter Whiskyliebe zurückliegen. ;-)

 

Weitere Highlights

Neben den Veröffentlichungen zähle ich die vielen Stand- und Messeauftritte zu meinen diesjährigen Highlights. Mit dem Verein der Schweizer Phantastikautor:innen war ich im Mai an der Fantasy Basel und im August am Fantasy Festival in Volketswil sowie an der Unicon in Unterägeri. Im November fanden noch die BuchPassion in Köln und die Fantastica in St. Gallen statt. Bei beiden Anlässen hatte ich einen eigenen Stand. Ein absolutes Highlight: Bei beiden holte ich die Standgebühren mit den Buchverkäufen wieder rein. :-D Das habe ich bisher noch nie geschafft.

 

Als besonderes und vor allem persönliches Highlight möchte ich mein Gefühl noch anführen. Seit diesem Jahr bin ich wirklich Autorin und fühle mich auch so. Ich bin nicht irgendwie überrascht, wenn mich jemand darauf anspricht, sondern sage es gern und erzähle auch davon. Das mag zwar nicht viel sein, für mich ist es allerdings ein gewaltiger Schritt.

 

Im Moment sprudele ich über vor Energie. In 2022 habe ich so viel geschrieben wie noch nie. Besonders in der zweiten Jahreshälfte liess ich mich viel weniger ablenken und konnte an meinen Geschichten dranbleiben. So schaffte ich an einzelnen Abenden so viele Seiten, wofür ich früher eine Woche brauchte.

 

Meine Rückschläge

Auf der Suche nach meinen Rückschlägen muss ich tiefer in mich gehen als bei der Aufzählung meiner Highlights. Ein Rückschlag waren die Verkaufszahlen der Feuerfrau. Vielleicht versuche ich eine Preisaktion zum einjährigen Geburtstag des Buches und schaue, wie das ankommen wird. Schon bei der Veröffentlichung von Das Schicksal der Seherin vor zwei Jahren spürte ich, wie schwierig es ist, ein Buch über eine Preisaktion zu vermarkten, wenn der Aktionspreis nicht 0,99€ ist, sondern 2,99€ (statt 4,99€).

 

Einen weiteren Rückschlag hatte ich mit meiner siebenteiligen Fantasyreihe. Ich weiss nicht, woran es lag, aber die Geschichte bremste mich einfach mehr und mehr aus. Irgendwann habe ich fast 300 Seiten gelöscht und ab dem dritten Kapitel alles neu geschrieben. Seither fliesst es wieder etwas besser, aber es ist weit entfernt von dem Schreibflow, den ich mir wünsche. Aber wenigstens bin ich mit den Kapiteln zufrieden, die ich nun schreibe, und ich habe nicht das Gefühl, sie gleich wieder löschen zu müssen. ;-) Der erste Band ist also auf einem guten Weg.

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